Beschreibung
Neben dem Lernen fachbezogener Inhalte stellt das Lernen von Wortschatz im Fachunterricht häufig eine große Herausforderung dar. Da kann schon der Anblick von umfangreichen und vorgefertigten Wortlisten am Ende eines Lehrwerks oder die Arbeit mit Glossareinträgen zu fachbezogenen Begriffen für viele Lernende abschreckend und demotivierend sein. Um solchen lernhinderlichen Effekten entgegenzuwirken, empfiehlt es sich, gezielt kontextbezogene Methoden der Wortschatzvermittlung im Unterricht einzusetzen. Dabei werden Wörter und Fachbegriffe für das Lernen in reale Verwendungskontexte und -situationen eingebettet. Diese Ansätze verfolgen zudem das Ziel, dass die Lernenden unterschiedliche Lernstrategien für die Erschließung und das eigenständige Arbeiten mit dem Wortschatz entwickeln, um auf diese Weise die Bedeutung von Wörtern aus dem Kontext möglichst nachhaltig selbst erschließen, memorieren und abrufen zu können.
Methodenansätze für ein effektives lexikalisches Lernen gehen zusätzlich davon aus, dass Wortschatz schneller und nachhaltiger verarbeitet wird, wenn die Vermittlung und das Lernen den universellen Strukturen und Organisationsprozessen des mentalen Lexikons folgt. Darunter wird die Gesamtheit der gespeicherten Wörter sowie lexikalische Speicher-, Ordnungs- und Abrufprinzipien des Gehirns und ebenso Formen der Koordination von Wörtern zusammengefasst. Als besonders lernförderliche Verarbeitungsprinzipien für die Wortschatzvermittlung gelten daher das Anknüpfen an bekannte Informationen und bereits vorhandenes Wissen, die Aktivierung verschiedener Sinnes- und Lernkanäle sowie die Einbindung authentischer Handlungskontexte.