Beschreibung
Die Erfolge populistischer und extremer Parteien bei nationalen und europäischen Wahlen, das sinkende Vertrauen vieler Bürgerinnen und Bürger in die Problemlösungsfähigkeit demokratischer Akteure und die zunehmende Polarisierung der Gesellschaft zeichnen das Bild einer Demokratie, die mit den Herausforderungen der Zeit nicht gut zurechtkommt. Dies fordert Schulen heraus: Wenn wir Lehrer*innen, Sozialarbeiter*innen und Schüler*innen, aber auch engagierte Eltern fragen, was für sie Demokratie bedeutet, bekommen wir viele unterschiedliche Antworten. Die Lernmethodik Betzavta! Miteinander geht davon aus, dass es mehr als eine Demokratie gibt. Aus unterschiedlichen Erfahrungswelten entstehen verschiedene Positionen. Betzavta! Miteinander macht diese Positionen auf leichte Weise sichtbar, sodass Konfliktlinien im Kontakt mit anderen erkannt und bearbeitetet werden können. Denn es braucht Räume und Gelegenheiten, in denen eigene Erfahrungen mit Respekt und gegenseitiger Wertschätzung besprochen werden können. Der in der israelischen Friedenspädagogik entwickelte Demokratie-Lernansatz „Betzavta“ („Miteinander“) spricht Menschen ganzheitlich an. Betzavta macht demokratische Wege der Entscheidungsfindung mit ihren Chancen und Schwierigkeiten erlebbar. Die Basis ist gelegt, wenn die Beteiligten anerkennen, dass das Recht auf freie Entfaltung für alle Menschen gleichermaßen gilt. Durch verschiedene Übungen erfahren die Teilnehmenden demokratische Prinzipien und werden in ihrer Verantwortung beispielsweise als Klassenlehrer*innen oder gewählte Vertreter*innen der Schulgemeinschaft befähigt, Konflikte kreativ zu lösen. Dies hilft, das spannungsvolle Verhältnis von Freiheit und Gleichheit besser nachzuvollziehen und ein „qualitatives Demokratieverständnis“ zu entwickeln. Das heißt auch Konfliktkompetenz zu erhöhen und aktuellen Herausforderungen besser zu begegnen. Themen der Workshops: Freiheit und Regeln Gewinnen und Verlieren Repräsentative und direkte Demokratie Mehrheiten und Minderheiten Freiheit und Zugehörigkeit Recht auf Ausbildung und Menschenwürde