Beschreibung
Die von uns besuchten Kollegiumsfortbildung eröffnete der Dozent mit der Frage, was das Auftreten eines Lehrers vor einer Lerngruppe idealerweise ausmachen solle. Als Antwort wurde u.a. "Authentizität" genannt. In der Diskussion wurde mir bewusst, dass Professionalität und Authentizität in einem Konfliktstehen: Lässt sich beides gleichzeitig realisieren? Handle ich natürlich und spontan oder sondern kontrolliert und von pädagogischen Prinzipien geleitet? Bin ich nur authentisch, wenn ich als individueller Mensch in Erscheinung trete und den eigenen Charakter und die eigenen subjektiven Wertvorstellungen zulasse? Es braucht Räume und Gelegenheiten, in denen Erfahrungen mit Respekt und gegenseitiger Wertschätzung besprochen werden können. Es geht um Fragen der Verantwortung in einer Zeit, in der Demokratie unter Druck steht und Künstliche Intelligenz die Lebenswelt beeinflusst. Wenn wir Lehrer*innen, Sozialarbeiter*innen und Schüler*innen, aber auch engagierte Eltern fragen, was für sie Demokratie bedeutet, bekommen wir viele unterschiedliche Antworten. Die Lernmethodik Betzavta! Miteinander geht davon aus, dass es mehr als eine Demokratie gibt und aus unterschiedlichen Erfahrungswelten verschiedene Positionen entstehen. Betzavta! Miteinander macht diese Positionen auf leichte Weise sichtbar, sodass Konfliktlinien im Kontakt mit anderen erkannt und bearbeitetet werden können. Der in der israelischen Friedenspädagogik entwickelte Demokratie-Lernansatz spricht Menschen ganzheilich an. Betzavta macht demokratische Wege der Entscheidungsfindung mit ihren Chancen und Schwierigkeiten erlebbar. Die Basis ist gelegt, wenn die beteiligten Personen anerkennen, dass das Recht auf freie Entfaltung für alle Menschen gleichermaßen gilt. Durch verschiedene Übungenerfahren die Teilnehmenden demokratische Prinzipien und werden in ihrer Verantwortung beispielsweise als Klassenlehrer*innen oder gewählte Vertreter*innen der Schulgemeinschaft befähigt, Konflikte kreativ zu lösen. Dies hilft, das spannungsvolle Verhältnis von Freiheit und Gleichheit besser nachzuvollziehen und ein „qualitatives Demokratieverständnis“ zu entwickeln und aktuellen Herausforderungen demokratischer Schulentwicklung, Inklusion und nachhaltiger Bildung zu begegnen. Themen der Workshops: Mehrheiten und Minderheiten - Wer Macht hat, macht's„ Chancengleichheit, Teilhabe und Gleichstellung - Eine Schule für alle“ Rechte und Pflichten dem Curriculum zu folgen – Grenzen des Gehorsams„ Sprache, Kultur und Herrschaft - Fake News erschlägt Wahrhaftigkeit“ Humanistische Bildung, Weltwissen und KI - Müssen wir überhaupt noch lernen„ Recht auf Gesundheit, Schulstess ohne Ende - Wie wollen wir (Schule über-)leben“