Beschreibung
Konsistenz eines Gewebes zu ertasten (Palpation) gehört zu den ältesten
und wichtigsten Untersuchungsmethoden der Medizin. Ein harter Knoten in der
Brust oder eine verhärtete Leber können auf Erkrankungen hinweisen. Doch wie
lässt sich die Konsistenz des Gehirns untersuchen, das sicher im Schädel
verborgen liegt? In diesem Vortrag erfahren Sie, wie die Magnetresonanz-
Elastographie (MRE) die mechanischen Eigenschaften des Gehirns
berührungslos misst und sichtbar macht. Überraschenderweise wird das Gehirn
bei neuroinflammatorischen Erkrankungen wie der Multiplen Sklerose weicher
statt härter. Warum ist das so? Welche Rolle spielen Immunzellen, die
extrazelluläre Matrix und der Verlust von Nervengewebe? Erfahren Sie, wie
Forschende Physik, Medizin und Neurowissenschaften verbinden, um diese
Veränderungen sichtbar zu machen und besser zu verstehen, wie Entzündungen
das Gehirn verändern. Langfristiges Ziel ist es, die MRE in die klinische Anwendung zu bringen, um neurologische Erkrankungen früher zu erkennen, ihren Verlauf besser zu überwachen und Therapien gezielter zu begleiten.