Beschreibung
Laut Ergebnissen des Zentralen Deutschen Schulbarometers 2026 fühlen sich 25% der befragten Schülerinnen und Schüler belastet – ein nochmaliger Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren und laut der aktuellen COPSY-Studie zeigen 22-23% der Kinder und Jugendlichen psychische Auffälligkeiten bzw. 18% berichten, unter Einsamkeit zu leiden. Lehrerinnen und Lehrer beobachten: Kinder zeigen Schulangst, vermeiden den Schulbesuch, nicht nur die Kinder mit einem diagnostizierten ADHS oder ADS sind unruhig und unkonzentriert, einzelne Jugendliche scheinen süchtig nach Computerspielen. Soziale Medien, für viele Jugendliche ein zentraler Bestandteil ihres Lebens, bergen ein erhebliches Risiko für die mentale Gesundheit.
„Wir als Lehrer können doch nicht all das auch noch auffangen!“. Richtig: Psychisch kranke Kinder benötigen therapeutische Hilfe. Hilfreich: Ein Wissen um Psychotherapie erleichtert die multiprofessionelle Zusammenarbeit wie z.B. einen telefonischen Austausch zwischen Lehrer:in und Therapeut:in nach gegenseitiger Schweigepflichtsentbindung der Eltern. Eine Lehrkraft kann Familien raten, therapeutische Hilfe zu suchen, wenn sie überzeugend darstellen kann, warum, wie das ablaufen wird und was das bringen kann. Im Schulalltag muss sich eine Lehrkraft um eine ganze Klasse kümmern. Das psychisch kranke Kind muss spezifische Hilfe erhalten, so dass bei der Lehrkraft wieder Ressourcen frei werden für den Rest der Klasse. Ein Kind mit Schulangst oder ein Kind mit einem massiven ADHS kann viel Unruhe erzeugen und ein Teufelskreis kann entstehen. Eine gute Psychotherapie kann Engelskreise bewirken, die auf das System Schule ausstrahlen. Eine liebevoll konsequente Lehrkraft kann wiederum eine ADHS-Therapie verkürzen.
Lehrerinnen und Lehrer sind bezüglich Psychotherapie wichtige Impulsgeber:innen, sensible Beobachter:innen, sehen manchmal früh eine ungute Entwicklung. Lehrkräfte können Vertrauenspersonen sein, Modelle und Inspiration. Ein:e Lehrer:in, die ein Kind in Not sieht, kann den entscheidenden Stein ins Rollen bringen.
Diese Online-Veranstaltung soll Ihnen praktische Einblicke in Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie geben (z.B. „Wie läuft das konkret ab? Welche Therapie wirkt bei welcher Störung? Wie lange dauert eine Therapie?“) und wir nehmen uns Zeit für Fragen und Austausch.
Dozentin: Frau Dipl. Psych. Andrea Pierer ist Kinder- und Jugendlichentherapeutin in Verhaltenstherapie mit einem Kassensitz in Schwabing-West in München. Sie arbeitet mit Kindern, Jugendlichen und deren Eltern sowie Bezugspersonen wie Lehrer:innen, Horterzieher:innen oder Schulpsycholog:innen zusammen, um eine psychisch gesunde Entwicklung der Kinder und Jugendlichen, die Hilfe benötigen, zu ermöglichen. Außerdem ist sie Supervisorin für angehende Kindertherapeut:innen und Dozentin am vfkv und bei MUNIK.